Alle Beiträge von Admin

Grüße vom Musicalensemble des Jahngymnasiums

Es gibt uns noch und wir sind hoch motiviert und zuversichtlich, im Sommer 2021 wieder die Bühne zu rocken.
Zu „Weddingbells“ einem Song aus unserem aktuellen Musical haben wir getanzt und geknipst.
Wir wünschen Ihnen und Euch ein schönes Fest und einen gesunden Start ins Jahr 2021 und sagen unserem treuen Greifswalder Publikum uns allen anderen „Bis bald!“.
Das Musicalensemble des Jahngymnasiums Greifswald

Abschied

MICHAEL SCHLIEPHAKE

 

Angesichts des plötzlichen und viel zu frühen Verlustes unseres geschätzten Kollegen und Lehrers sind wir, das Kollegium und die Schülerschaft, fassungslos und in tiefer Trauer.

Im Rahmen einer feierlichen  Gedenkstunde am 26.08. 2020 im Dom St. Nikolai nahmen das Kollegium, Schüler, Mitarbeiter, Vertreter der Eltern und des Förderkreises unserer Schule Abschied.

Greifswald, August 2020

Griechisch am Jahngymnasium

Griechisch am Jahngymnasium

Alle Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen haben seit dem Schuljahr 2017/18 die Möglichkeit, im Rahmen unseres Profils „Humanistische Bildung“ Altgriechisch als neu einsetzende Fremdsprache ohne Vorkenntnisse kennenzulernen.

Griechisch ist eine Sprache, die seit über 3000 Jahren permanent gesprochen wird. Natürlich hat sie sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Zwar kann man die Wörter entziffern und die meisten von ihnen aus dem Altgriechischen herleiten, aber das Neugriechisch, das heute in Griechenland gesprochen wird, ist mit dem Altgriechischen nicht mehr identisch.

In unserem Profil werden wir uns mit Altgriechisch beschäftigen, d.h. der Unterricht findet auf Deutsch statt und die Sprache wird analysiert und die Texte werden übersetzt. Dabei entsteht eine genaue Übersicht über grammatische Strukturen sowohl in der Fremdsprache als auch in unserer Sprache. Die Kunst des Übersetzens ist es, die Aussage des antiken Autors möglichst originalgetreu und verständlich in unserer Sprache wiederzugeben. Dabei werden unter anderem Fähigkeiten wie Genauigkeit, Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer benötigt und ebenso wie die sprachliche Ausdrucksfähigkeit trainiert.

Aber ganz so „tot“ ist die altgriechische Sprache und Kultur doch nicht, denn die Wurzeln unserer heutigen europäischen Kultur liegen im antiken Griechenland und Italien. In Griechenland ist die erste Demokratie entstanden und aus dieser Sprache stammen Begriffe wie Biologie (die Lehre des Lebens), Astronaut („Sternenseefahrer“), Kosmos („Weltall“), Kosmetik („Schönheit“) und Atom („das Unteilbare“). Auch in Redewendungen finden wir die Antike wieder: in der Achillessehne, im Marathonlauf, im Kassandraruf, in einer Odyssee, im Pyrrhussieg, in einer Sisyphosarbeit, etc…

Die Wurzeln unserer Kultur im Original und Ursprung kennenzulernen, hilft dabei, sich in der heutigen Zeit zurechtzufinden.

Wir möchten aber den Schwerpunkt unseres Unterrichts nicht nur rückwärtsgewandt auf die Antike richten, sondern uns auch aus heutiger Zeit mit diesen Texten, den Beispielen für menschliches Denken und Handeln, in Diskussionen kritisch auseinandersetzen. In welchem Kontext hat der- oder diejenige damals seine/ihre Entscheidung getroffen? Ist dieser Kontext in unsere heutige Zeit übertragbar? Welche Entscheidung würden wir an dieser Stelle heutzutage treffen? Solche Überlegungen helfen, bei strittigen Themen Stellung beziehen und sich ein Urteil bilden zu können. Indem man sich mit diesen Situationen auseinandersetzt, wird man gezwungen, die Situation moralisch und ethisch zu bewerten und entwickelt dadurch auch seine eigene Persönlichkeit ganz wesentlich.

Die antiken Texte liefern uns für solche Fragen viele Beispiele existenzieller Notlagen von Helden aus der Mythologie wie z.B. Odysseus, der nach langen Irrfahrten auf dem Meer die Chance auf Unsterblichkeit und das Leben an der Seite einer Göttin hat. Wird er sich gegen seine Familie entscheiden?

In den Tragödien antiker Dichter stellt sich immer wieder die Frage, inwieweit der Hauptprotagonist persönlich Schuld an seinem Unglück hat. Oder ist etwa alles Schicksal?

Die Philosophieschulen der Stoiker und Epikureer bezogen schon früh Stellung zur Work-Life-Balance und der erste Geschichtsschreiber Herodot liefert Antworten auf die Frage, wer denn der glücklichste Mensch auf Erden ist.

Nicht zu vergessen ist Sokrates, der mit seinen Fragen seine Mitbürger auf ihr Scheinwissen stieß und sich deshalb in seiner Heimatstadt Athen äußerst unbeliebt machte und sogar vor Gericht gezogen wurde. Auch seine Verteidigung und sein Standpunkt, den er in dieser Rede darlegt, sollen im Unterricht behandelt werden.

Neben der Sprache an sich bietet der altgriechische Unterricht somit vielfältige Möglichkeiten für spannende Diskussionen und auch kreative Umsetzungen.

Natürlich werden wir auch in der Oberstufe eine Exkursion nach Griechenland anbieten und uns die Schauplätze von Tragödien und politischen Entscheidungen im Original anschauen. Weitere Exkursionen bieten sich bereits in der Mittelstufe an u.a. nach Rostock zum Archäologischen Institut sowie nach Berlin ins Antikenmuseum.

Ein besonderes Highlight des Griechischunterrichts und des Humanistischen Profils sind unsere Wochenendcamps, an denen wir uns schulintern in Wieck und schulübergreifend mit den anderen Profilschulen für Humanistische Bildung in MV treffen, um uns an einem Wochenende mit Themen zu beschäftigen, für die wir sonst keine Zeit hätten: So haben wir in den letzten Jahren Detektivspiele zur Mythologie gelöst, antike Hexen und Gespenster kennengelernt und Atlantis erforscht. Und das war noch längst nicht alles! Denn das Schöne an so vielen tausend Jahren Antike ist: Es gibt immer noch etwas Neues zu entdecken! Also bis bald – im Griechischunterricht des Jahngymnasiums! Wir freuen uns auf euch!

 

Das Profil „Humanistische Bildung“

Das Profil „Humanistische Bildung“

Seit dem Schuljahr 2017/18 bieten wir für unsere Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 ein neues Profil an: Humanistische Bildung

In diesem Rahmen lernen die Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 Latein und belegen im Wahlunterricht den Kurs „Erlebniswelt Antike“. Ab Klasse 8 kommt Altgriechisch als neue Fremdsprache hinzu.

Worin liegt der Sinn einer humanistischen Bildung und warum sollte man sich auch heute noch mit den Themen und der Kultur der Antike auseinandersetzen?

Zum Einen werden diese beiden Sprachen analysiert und die Texte übersetzt. Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich einen genauen Überblick über die Grammatik der Fremdsprache im Vergleich und Kontrast zu unserer Sprache. Dieser Sprachenvergleich fördert in besonderem Maße die Ausdrucksfähigkeit in der eigenen Sprache: Bei jeder Übersetzung ist die Intention des antiken Autors zu berücksichtigen und im Übersetzungsprozess möglichst originalgetreu und doch zielsprachengerecht in unserer Sprache wiederzugeben. Jede Übersetzung ist in gewissem Maße schon eine Interpretation. Bei jeder Übersetzung sind die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, möglichst genau, konzentriert und selbstständig zu arbeiten – Schlüsselqualifikationen, die ebenso wie Ausdauer auch im späteren Berufsleben immer wieder relevant sind.

Aber nicht nur die Sprache an sich soll im Vordergrund der beiden Fächer stehen: Inhaltlich beschäftigen sich die Texte mit vielfältigen Themengebieten: Liebe, Trauer, Sehnsucht, Heimweh, Zorn, Hass, Krieg, Frieden, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Gewissen und Schuld

Odysseus z.B. hat nach langen Irrfahrten auf dem Meer die Chance auf Unsterblichkeit und das Leben an der Seite einer Göttin. Wird er sich gegen seine Heimat entscheiden?

In den Tragödien antiker Dichter stellt sich immer wieder die Frage, inwieweit der Hauptprotagonist persönlich Schuld an seinem Unglück hat. Oder ist etwa alles Schicksal?

Die Philosophieschulen der Stoiker und Epikureer bezogen schon früh Stellung zur Work-Life-Balance und der erste Geschichtsschreiber Herodot liefert Antworten auf die Frage, wer denn der glücklichste Mensch auf Erden ist.

Nicht zu vergessen ist Sokrates, der mit seinen Fragen seine Mitbürger auf ihr Scheinwissen stieß und sich deshalb in seiner Heimatstadt Athen äußerst unbeliebt machte und sogar vor Gericht gezogen wurde. Auch seine Verteidigung und sein Standpunkt, den er in dieser Rede darlegt, sollen im Unterricht behandelt werden.

In Caesars „De bello Gallico“ untersuchen wir, wie mit geschickt plazierten Worten und Aussagen Leserlenkung praktiziert wurde, während Cicero mit seinen scharfen Worten die Rhetorik und Atmosphäre des Senats auferstehen lässt.

In Vergils Epos stellt sich die Frage, wie viel Kritik an dem mächtigsten Mann seiner Zeit – Augustus – versteckt ist, wohingegen der Dichter Catull den Fokus auf seine unglückliche Liebe lenkt.

Odo et amo. Quare id faciam fortasse requiris.

Nescio, sed fieri sentio et excrucior.

Ich hasse und ich liebe. Du fragst vielleicht, warum ich dies tue.

Ich weiß es nicht, aber dass es geschieht, fühle ich und ich werde gefoltert.

(Catull, carmen 85)

 

Über diese Inhalte möchten wir uns mit den Schülerinnen und Schülern kritisch auseinandersetzen und diskutieren. Dabei soll nicht allein der antike Gesichtspunkt erörtert werden, sondern ebenso die Situation aus heutiger Sicht beleuchtet und beurteilt werden. In welchem Kontext hat der- oder diejenige damals seine/ihre Entscheidung getroffen? Ist dieser Kontext in unsere heutige Zeit übertragbar? Welche Entscheidung würden wir an dieser Stelle heutzutage treffen? Die antiken Texte bieten uns eine Vielzahl an Beispielen für menschliches Denken und Handeln. Indem man aus der Distanz der heutigen Zeit die Entscheidungen dieser Menschen moralisch und ethisch analysiert und persönlich dazu Stellung bezieht, entwickelt man in besonderem Maße seine eigene Persönlichkeit weiter.

Und das soll letztendlich „Humanistische Bildung“ bedeuten: Humanistisch leitet sich ab von dem lateinischen Wort humanitas – „die Art, Mensch zu sein“, was so viel meint wie „menschlich denken und handeln zu können“: keine Vermittlung von theoretischen Wissen, sondern eine persönliche Weiterentwicklung, die Fähigkeit, bei all dem Wissen, das man sich im Leben noch aneignen wird, menschlich denken und handeln zu können und sich in der heutigen Zeit und im heutigen Europa zurechtfinden zu können.

Die Wurzeln unserer europäischen Kultur liegen im antiken Griechenland und Italien. Latein und Griechisch zu lernen, bedeutet auch, sich ein vertieftes Verständnis über unsere Kultur anzueignen: Wie entstand die erste Demokratie? Wie hat sich unsere heutige Demokratie weiterentwickelt? Was ist gemeint, wenn wir von Sisyphosarbeit, Klienten, Narzissmus und Chaos sprechen?

Neugierig geworden? – Antworten gibt es definitiv im Humanistischen Profil des Jahngymnasiums!

Informationen zum Erhalt eines Lo-net-Zuganges

Ab 16. März 2020 bis einschließlich 19. April findet kein Unterricht an der Schule statt.

Die Fachlehrer stellen in geeigneter Form Materialien für das selbstorganisierte Lernen zur Verfügung.  Für die Kommunikation, Organisation und den Austausch nutzen wir die Lernplattform lo-net².

Schülerinnen und Schüler, die noch keinen Zugang haben, erhalten diesen vom Klassenleiter bzw. Tutor.  Anfragen bezüglich des Zuganges können auch an mich gerichtet werden. Kallies.i@jahngymnasium.mv.lo-net2.de

Sie schrien „Papaya, Kiwi, Erdbeere, Gurke!!!!!“

So begann der Probenmorgen am 29. Februar, Start 9.00 Uhr für das Musicalensemble mit der sogenannten „Schülergruppe“, also allen Hauptrollen. Im Einstieg ging es um Merkfähigkeit, Multitasking und gute Artikulation. Alle hatten dabei viel Spaß. Der Theaterpädagoge und Künstler Christian Holm probte eine Schlüsselszene. In der Szene waren Mimik, Gestik, Aufstellungen und wichtige Worte zu beachten und je öfter wir sie spielten, um so witzigere Momente entstanden für uns. Die vier Stunden waren ganz schnell vorbei. Nebenan übten parallel zu uns die Tänzer an ihren Choreografien zusammen mit Linda. Nach der Mittagspause fanden sich die übrigen Ensemblemitglieder ein und dann ließen wir mit 45 Leuten die Hochzeitsglocken läuten. Eine Vision die Peter (Hauptrolle) innerhalb unseres Musicals hat, man kann sich vorstellen, dass so manch schräger Moment entstanden ist, weil Visionen ja nicht immer der Realität entsprechen müssen… Hurra, wir sind langsam in dem Stadium, wo es auch schon Wiederholungen und Festigungen gibt. „Denn ihr sollt euch viel merken!“ Die Ganztagsprobe ging etwas 8 Stunden und zeigte uns, dass wir unserem großen Ziel, der Premiere, am 6. Juni im Theater immer näher kommen. Zur nächsten Ganztagsprobe freuen wir uns auf unsere Band, dann wird schon zusammen geprobt.

Linus 12. Klasse

Probenbericht

Denn ihr sollt viel proben, so hat das Große Musicalensemble die Projektwoche aktiv verbracht und in vielerlei Hinsicht Musik, Tanz, Schauspiel und Informierendes für die diesjährige Musical Aufführung unserer Schule „Denn ihr sollt euch lieben“ von Damon Intrabartolo, in großen Teilen angebahnt.

Viele Schüler vom letzten Jahr sagten: „Es ist wieder ganz anders als Hair“.

Zwischen Songs wie „Wonderland“, „Auditions“, „Confession“ und „Epiphanias“ tauchten die Sänger und Tänzer von einem Bad der Gefühle einer selbstbewussten Jugend ins nächste ein. Bisher hatten wir sehr viele Ensemble Klänge geprobt und diese wurden nun von unserer Choreografin Linda Schmid in Raum, Weg und Bild umgesetzt. Dadurch entstanden ganz neue Eindrücke der Gruppendynamik und die viel geprobten Töne ergaben plötzlich etwas wunderbares Ganzheitliches.

Unsere Solosänger haben jede Menge Emotionen in ihre neuen Songs einfließen lassen müssen, da wenig gesprochene Dialoge dem Zuschauer in Worten die empfundene  Seelenlage erklären werden.

Es wurde noch fleißig weiterchoreografiert, Texte für das Programmheft entworfen und unser Theaterpädagoge Christian Holm hat unsere Hauptrollen ein erstes Mal entsprechend ihrem Charakter geschult. Es ist noch viel zu tun, jedoch diese intensiven Probentage habe uns gezeigt, dass ein Stück Weg schon geschafft ist.

An dieser Stelle wünsche ich allen Musicalmitgliedern noch einen langen Atem, denn ich freue mich jetzt schon auf das fertige Musical auf der Bühne des  Theater Vorpommerns Greifswald. Ihr wisst am 6. Juni 2020 um 19.30 Uhr ist es endlich soweit.

C. Sümnig

Chorfahrt 2019

In Vorbereitung auf die anstehenden Weihnachtskonzerte fuhr unser Chor dieses Jahr nach Zinnowitz. Es sollte ein schönes, spannendes Wochenende werden, voller Spaß, Gesang und guter Laune.

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, richteten wir unseren Proberaum ein, in dem wir drei Tage sehr viel Zeit verbringen sollten. Bis es nicht mehr ging sangen und übten wir die Advents- und Weihnachtslieder. Ein Abenteuerspaziergang durch den nächtlichen Wald an den Strand mit „Wellenrauschenlauschem“ unterm Sternenhimmel beendete den ersten Tag.

Am folgenden Morgen wurde an den verschiedensten Liedern gefeilt, verändert und verbessert. Um die Stimmen in Schuss zu halten, genossen wir eine riesige Auswahl an Tee, der während des ganzen Wochenendes äußerst hilfreich war. Zur Mittagszeit gab es dann eine kurze Singpause mit Mittagessen, kleinen Kanonproben und ruhigem Entspannen auf den Zimmern. Nach der gefühlt hundertsten Wiederholung von verschiedenen Lieder fielen die hungrigen Chorschüler auf das Abendbrot Buffet ein. Das Abendprogramm begann mit Kanonpräsentationen, wobei uns sehr schöne, lustige und anspruchsvolle Kanons vorgestellt wurden, die einigen noch später im Ohr waren. Danach wurde gewichtelt. Für Vorsingen, etwas Vorspielen o.ä. gab es zur Belohnung ein kleines Geschenk und viel Süßes zum Essen. Nach etlichen lustigen Spielen und fantastischen Darbietungen ging es dann ins Bett, denn auch am nächsten Tag sollte es anstrengende Proben geben.

Nach mehr oder weniger ruhigen Stunden Schlaf, ging es dann wieder zum Frühstück und danach zur fast letzten Chorprobe. Noch einmal wurden die müden Stimmen der Sänger und Sängerinnen beansprucht und aus „the pretty baby“ wurde dann schon mal „der schöne Säugling“. Nach dem Mittagessen gab es dann die letzte Probe, in der alle Lieder für das Weihnachtskonzert einmal durchgesungen wurden und auch die Zugabe geübt wurde. Nach dem Aufräumen des Chorraumes ging es mit Sack und Pack wieder zum Bahnhof und nach einer kleinen Singsession und einer ruhigen Zugfahrt trafen wir dann wieder in Greifswald ein.

Nach diesem Wochenende können das Weihnachtskonzert und eine schöne Adventszeit auch kommen.

 

von Lysann Nieschalk

 

Zeitzeugen-Interview mit Miriam Bruderman

Am 17. September 2019 haben wir als Kursteilnehmer des Projektfachkurses Antisemitismus die Europaschule in Rövershagen besucht. Wir wollten die Möglichkeit nutzen, die vorher schon im Unterricht vorgestellte Miriam Bruderman, eine 89-jährige jüdische Zeitzeugin, kennenzulernen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges versteckte sich Miriam Bruderman auf einem Bauernhof in dem Dorf Pustow, 15 km südlich von Greifswald. Die Familie, die sie damals bei sich aufnahm, wurde 2016 von der Regierung des Staates Israel nachträglich als „Gerechte unter den Völkern“ in einer großen Feierstunde in der Aula des Jahngymnasiums geehrt.

Unser Tag startete um 7.10 Uhr morgens am Greifswalder Hauptbahnhof. Geplant war es, um 9.30 Uhr am Zeitzeugenbericht von Miriam Bruderman teilzunehmen. Jedoch gab es einige Schwierigkeiten mit der Zugverbindung und gemeinsam mit allen anderen Fahrgästen wurde unser Kurs spontan in Ribnitz-Damgarten-Ost an die frische Luft entlassen. Dort froren wir dann eine Stunde bei Kälte und Regen, bis endlich unser Taxi kam.

Nachdem wir in den gut gefüllten Raum der Schule in Rövershagen platzten, konnten wir uns endlich auf die Erzählungen und Berichte von Miriam Bruderman einlassen. Frau Bruderman erzählte von ihrer Kindheit und Jugend in der Nazizeit. Schon im Kindesalter, als sie zusammen mit ihrer Schwester von deutschen Mitschülern mit Steinen beworfen wurde, merkte sie, dass sie anders war. Während des Krieges, als die Judenverfolgung in Deutschland immer bedrohlicher geworden war, versteckte sie ihr Vater bei verschiedenen „rein deutschen“ Familien. Unter falschem Namen lebte Miriam zuerst in einem Dorf bei Berlin, in der Familie eines SS-Mannes, half dort im Haus und arbeitete im Schweinestall. Als die Angriffe der Alliierten auf Berlin immer unerträglicher wurden, wurde Miriam schließlich als Hausmädchen auf einen Gutshof nach Pustow geschickt. Dort erlebte sie das Kriegsende und die russische Besatzung. Und sie fand ihre Eltern wieder, die ebenfalls überlebt hatten. Gemeinsam wanderten sie 1947 nach Palästina aus. Dort lernte Miriam ihren späteren Ehemann kennen, gründete mit ihm eine Familie und lebt mit ihm heute noch in der Nähe von Tel Aviv. Auch zu dieser Lesung hat er sie nach Deutschland begleitet. Besonders beeindruckend war für uns auch seine Geschichte. Seine Mutter und Schwester mussten unter schlechten Bedingungen im Konzentrationslager arbeiten und wurden am Ende ermordet, da sie von den Nationalsozialisten als nicht mehr arbeitsfähig angesehen wurden.

Am Ende der Veranstaltung gab Miriam Bruderman allen Zuhörern die Verantwortung mit, über ihr persönliches Handeln nachzudenken, sodass so etwas wie der Mord an den Juden nie wieder passiert. „Passt auf!“ Auch bekam jeder von uns noch eine Ausgabe ihres Buches „Zwischen Dornen und Blüten“, in welches sie auch noch eine kleine Widmung schrieb. Man hatte also auch nochmal die Möglichkeit persönlich mit Miriam Brudermann zu sprechen, was wirklich toll war, da sie so eine liebe und herzliche Frau ist.

Projektfachkurs Antisemitismus Kl. 11