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Erlebniswelt Antike: Wahlunterricht in Klasse 7 im Humanistischen Profil

Jeder Schüler / Jede Schülerin entscheidet sich vor Beginn der 7. Klasse am Jahngymnasium für eine 2. Fremdsprache und für ein Profil, das er / sie belegen möchte. Fremdsprache und Profil werden unabhängig voneinander angewählt.

Neben dem bilingualen, naturwissenschaftlich-technischen und musisch-künstlerischen Profil können sich unsere Schülerinnen und Schüler für das Humanistische Profil mit Griechisch als 3. Fremdsprache entscheiden. Der Fremdsprachenunterricht setzt allerdings erst in Klasse 8 ein. In Klasse 7 treffen wir uns im Humanistischen Profil in dem Kurs „Erlebniswelt Antike“.

Die Bezeichnung des Kurses ist Programm: Im ersten Halbjahr steht das wohl bunteste, turbulenteste und spannendste Thema der Antike an: Mythologie – die Sagengeschichten der Griechen und Römer Wir lernen die streitlustigen Götter und Göttinnen ebenso kennen wie die berühmtesten Helden der Antike. Neben allgemeinem Wissen steht projektartiges und kreatives Arbeiten im Vordergrund. So entwickelt jeder Jahrgang ein Gesellschaftspiel zu einem mythologischen Sagenkreis.

Nebenbei unternehmen wir auch Ausflüge in andere Kulturen wie z. B. die der Ägypter.

Im zweiten Halbjahr beschäftigen wie uns mit der Alltagswelt der Griechen und Römer. Im Rahmen eines Theaterprojektes stellen wir z. B. antike Masken her oder diskutieren über das Grundkonzept einer antiken Tragödie, um uns damit letztendlich wieder in dem unglaublich großen Feld der Mythologie wiederzufinden.

Soweit die theoretische Vorstellung des Kurses „Erlebniswelt Antike“.

Und im Folgenden kommt noch ein anderer (stummer) Teilnehmer zu Wort:

 

Liebe Besucherinnen und Besucher dieser Homepage,

es ist mir ein besonderes Anliegen hier zu Wort zu kommen: Mein Name ist Sokrates und meinen Kopf findet ihr zusammen mit Homer und Caesar ganz oben auf dem Bücherregal im Latein- und Griechischraum 1302 des Jahngymnasiums. Früher war ich sehr bekannt in meiner Heimatstadt – dem antiken Athen. Ich hatte das Glück in einer interessanten und pulsierenden Stadt zu leben. Hier trafen verschiedene philosophische Meinungen aufeinander, hier wurden bedeutende politische und gesellschaftliche Entscheidungen gefällt – leider hat eine davon mich das Leben gekostet, aber davon habt ihr vielleicht schon einmal gehört; wenn nicht, werdet ihr hier im Griechischunterricht davon hören. Na ja, wenigstens habe ich jetzt einen spannenden Platz gefunden. Ihr fragt euch, wieso? Na wo ist denn ein sokratischer Kopf besser aufgehoben als im Latein- und Griechischunterricht an einer modernen Schule?

Schon in meinem alten Leben habe ich mich gerne mit jungen Leuten unterhalten, mir ihre Meinungen angehört und mit ihnen diskutiert. Das funktioniert jetzt nicht mehr, aber ich kann zuhören. Und, ihr lieben Leute, ich habe allergrößte Freude an diesen jungen Denkern und Denkerinnen: Von Montag bis Freitag ist hier so viel los! Die einen nehmen Alexander den Großen unter die Lupe, die anderen den Kroisos, die nächste Gruppe unterhält sich über Heldentaten des Herakles und wieder andere lesen meine Verteidigungsrede vor Gericht, die mein Freund Platon aufgeschrieben hat. Ist das nicht toll? Über 2000 Jahre später interessiert sich jemand dafür, was ich mal gesagt habe!

Homer ist auch immer ganz aus dem Häuschen, wenn sein Achilles und sein Odysseus diskutiert werden!

So habe ich also immer wieder eine abwechslungsreiche Woche. Am Freitagnachmittag ist es in diesem Schuljahr besonders spannend: Dann findet der Kurs „Erlebniswelt Antike“ statt: Um spätestens 13.15 Uhr fallen vier Schülerinnen mit ihrer Lehrerin in den Raum ein und fangen selbstständig mit dem Unterricht an, noch bevor die Lehrerin sie begrüßt hat. Und während sie Kartenspiele und Plakate erstellen, diskutieren sie über ihre Lieblingsgötter und -göttinnen. Sie untersuchen verschiedene Erklärungsmodelle zur Entstehung der Welt: Mythologie, Religion, Philosophie und Naturwissenschaften. Sie diskutieren über Feuer, Urknall und das Nichts und schneller als man sich versieht, ist die Stunde um, wobei ihnen das genauso wenig auffällt wie mir: Fast jeden Freitag muss man sie sozusagen aus dem Raum hinauswerfen!

Aber wir drei hier oben dürfen bleiben – und so habe ich jede Menge Denkstoff für lebhafte Gespräche mit Homer und Caesar am stillen Wochenende.

Wir sehen uns im nächsten Schuljahr,

euer Sokrates

 

„Uns gefällt am Kurs „Erlebniswelt Antike“ am besten, dass wir kreativ arbeiten und zusammen über spannende Themen diskutieren. Jeder kann seine eigene Meinung beitragen. Wir sind zwar nur eine kleine Gruppe, trotzdem macht uns der Unterricht viel Spaß. Fazit: der lustigste Freitagnachmittag-Kurs!“

Meinung des Kurses „Erlebniswelt Antike“ im Schuljahr 2020,21